Sechszylinder-Viertakt-Ottomotor
Zwei obenliegende Nockenwellen, über Doppelrollenkette angetrieben
Hubraum 2746 ccm, Bohrung x Hub 86,0 x 78,8 mm
Leistung 115 kW / 156 PS bei 5500 U/min (Vergaser)
130 kW / 177 PS bei 6000 U/min (Einspritzer bis April 78)
136 kW / 185 PS bei 5800 U/min (Einspritzer ab April 78)
Drehmoment 223 Nm bei 4000 U/min (Vergaser)
234 Nm bei 4500 U/min (Einspritzer bis April 78)
240 Nm bei 4500 U/min (Einspritzer ab April 78)

Der Sechszylinder-Motor mit 2,8 Liter Hubraum kann mit Sicherheit als eines der außergewöhnlichsten Produkte aus dem Hause Daimler-Benz bezeichnet werden. Bis zum heutigen Tag gelten diese Motoren als Sinnbild für die absolute Unzerstörbarkeit. Altgediente Meister bei Mercedes-Niederlassungen und -Vertretungen bekommen heute noch leuchtende Augen, wenn man auf diese Maschinen zu sprechen kommt.
Was hat die Konstrukteure bei Daimler-Benz zu Beginn der Siebziger Jahre wohl dazu getrieben, in ihre eher biedere Mittelkasse- und Oberklasse-Modelle einen solchen, fast reinrassigen Rennwagenmotor einzubauen. Doppelte obenliegende Nockenwellen, hemisphärische Brennräume, Querstromkopf - das waren Begriffe die man sonst nur bei Herstellern wie Alfa-Romeo und Lancia in den technischen Beschreibungen fand. Und das alles mit der bereits erwähnten endlosen Haltbarkeit. Zugegeben, der M110 ist sicher nicht gerade optimal für den Alltagsbetrieb: Unter 4000 Umdrehungen pro Minute gibt er sich etwas zugeknöpft, akustisch ist er immer sehr präsent und er trinkt auch gern mal einen über den Durst, sowohl Benzin als auch Öl. Aber zu Zeiten des W123 zählten an den Stammtischen ja sowieso eher Werte wie Höchstgeschwindigkeit, Beschleunigung und Abregeldrehzahl - und da gehörte zumindest der 280E immer zur ersten Garnitur.
Der M110 fand sich in den Preislisten in der Version mit Doppelregistervergaser (mit den bereits beim M123 angesprochenen Problemen), sowie in der weitaus beliebteren Ausführung mit der Bosch "K-Jetronic" Einspritzanlage.

Obwohl der M110 im Jahre 1972 in der Vorgängerbaureihe nur als Zwischenlösung bis zum Erscheinen der "neuen" Sechszylindermotoren im in der Planung befindlichen W123 vorgesehen war, wurde er dann doch bis zum Auslaufen dieser Baureihe 1985 verwendet. 13 Jahre Produktionszeit sind für ein Provisorium sicher keine schlechte Bilanz.
Angeboten wurde dieser Motor in der Vergaserausführung in der Limousine und im Coupé (280C), mit Einspritzanlage in allen drei Modellvarianten ( 280E / 280CE / 280TE).
Die Produktion des 280C wurde im März 1980 eingestellt, die des 280 im April 1981.