Verehrt - verkauft - verschifft - verschlissen: Altstars in fremden Gefilden (2)

1983 lieferte Mercedes-Benz nach einer internationalen Ausschreibung 60 W123 vom Typ 280E an die Verkehrspolizei von Abu Dhabi. Die Fahrzeuge erhielten, neben einigen technischen Modifikationen, sehr kräftige Stoßstangen, vorne mit zusätzlichen Rammsäulen, um defekte Fahrzeuge von der Straße schieben zu können.
Nach rund 20 Jahren Einsatzzeit wurden die Wagen ausgemustert und landeten als Ersatzteilspender auf staubigen Plätzen. Ralf Koch spürte einige Exemplare auf, welche sich natürlich annähernd rostfrei präsentierten...
 
 
Auch gepflegte Wagen gibt´s. Das untenstehende Foto einer sechstürigen Langversion entstand im Oman.
 
Das Ende eines deutschen Autolebens kann auch mal so aussehen. Dieses Wunderwerk der Stapelkunst wartete in Pforzheim auf die Fahrt in die neue Heimat. Coupés sind übrigens als Exportware erheblich unbeliebter als T-Modelle oder gar Limousinen, bieten sie doch den Reisenden weniger Platz. Das hier aufgeschnallte, schon sehr verbastelte Coupé durfte daher auch eher als Motor- und Teilespender gedacht sein.
 
 
Start ins neue Leben! Wieviele W123 mögen in solcher Umgebung Bekanntschaft mit ihren neuen Besitzern gemacht haben? Doch die Hoch-Zeiten des W123-Exports sind bereits vorbei, sinkendes Angebot und steigende Preise, auch für sehr schlechte Fahrzeuge, haben zu einem deutlichen Umschwung in Richtung der Nachfolger W124 und W201 geführt. Auch dies ein Zeichen, daß sich der W123 auf dem Weg vom Youngtimer zum Klassiker befindet.
Aufnahmen auf dieser Seite: © Ralf Koch, Steffen Kappler, Archiv